Archiv - 2018

Reger Besuch der Freien Wähler in der Biogasanlage in Langwied



Sehr aufschlussreiche Informationen über Details des EEG und der Anlage

Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr „grüner“. Und der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf rund 36 Prozent im Jahr 2017. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz – kurz EEG – vor.

Derzeit wird z.B. der größte Teil des in Deutschland produzierten Biogases direkt am Entstehungsort verstromt. Diese Nutzungsart wurde entscheidend durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz befördert. Seit Inkrafttreten der Vorschrift im Jahre 2000 ist die Strommenge um mehr als das Siebzigfache angewachsen. Biomasse wird in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Strom- und Wärmeerzeugung und zur Bereitstellung von Biokraftstoffen genutzt. Innerhalb der erneuerbaren Energien tragen die Biomassen mit 24 Prozent zur Stromerzeugung, 87 Prozent zum Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte und 88 Prozent zum Endenergieverbrauch im Verkehr bei.

Große Menge Mitglieder und Interessenten

Eine beachtlich große Abordnung der Freien Wähler Tittmoning - Unabhängige Liste e.V. - unter der Leitung der beiden Vorsitzenden Maria Kellner und Kilian Perschl fand sich kürzlich bei der Biogasanlage von Christian Obermeier in Langwied zu einem Informationsbesuch ein. 2. Vorsitzender Kilian Perschl hieß zu Beginn die Mitglieder und Interessenten aufs Herzlichste willkommen und bedankte sich bei Christian Obermeier und seiner Gattin für die Möglichkeit zu dem Besuch der Anlage.

Die Anlage kann mit einer Grundlast von 5 Millionen KW pro Jahr ca. 2.500 Haushalte versorgen, wird unter anderem mit Mais, Gras und Hirse „gefüttert“ und produziert 50% Methan und 50% Co2 auf Pacht- und Eigenflächen in 10 km Umkreis.. Biogas entsteht bei der Gärung der oben genannten organischen Stoffe. Die Ausgangsstoffe werden in einem Gärbehälter, dem so genannten Fermenter, unter Luftabschluss bei Temperaturen zwischen 35 und 55 Grad Celsius vergoren. Bakterien zersetzen die Substrate und ein Gasgemisch mit dem genannten hohen Methangehalt entsteht. Die Energie wird von den Stadtwerken München abgenommen, je nachdem wie viel man braucht

Die Anlage misst 26 Meter im Durchmesser, ist 9 Meter hoch und fasst 4.700 Kubikmeter. Man kann 24 Tonnen Biomasse pro Tag „einfüttern“. Die Besucher hatten im Rahmen der Besichtigung viele Fragen zu technischen Details, zur Kapazität der Anlage und zur Zukunft der Biogasproduktion. Nach der ca. einstündigen Führung bedankte sich Maria Kellner bei Christian Obermeier und seiner Gattin und überreichte den Beiden ein süßes und ein flüssiges Präsent. An den Besuch in Langwied schloss sich noch ein Stammtisch beim Wirt z`Kay an, im Verlauf dessen aktuelle kommunalpolitische Themen rege diskutiert wurden.

Manfred Willert





Fotos Manfred Willert

Foto 2 Die Biogasanlage in Langwied besitzt mit 26 Metern Durchmesser und 9 Metern Höhe wahrlich beeindruckende Dimensionen.

Rege Diskussionen bei der Ortsbesichtigung der Freien Wähler in Wiesmühl

Es ging vor allem um einen geplanten Spielplatz und die gefährliche Schulbushaltestelle

Stellvertretend für die durch einen anderen Termin leider unabkömmliche 1. Vorsitzende Maria Kellner begrüßte Stadtratsmitglied Barbara Danninger eine erkleckliche Anzahl Bürger aus Ober- und Unterwiesmühl, die der Einladung der Freien Wähler Tittmoning - Unabhängige Liste e. V. – zur Ortbesichtigung in Wiesmühl Folge leisteten. Vor Ort sollten die aktuellen Sorgen und Nöte der Bürger, die unter den Nägeln brannten, diskutiert werden. Barbara Danninger hieß die Wiesmühler Bürgerinnen und Bürger willkommen, unter deren Reihen sich sogar einige junge Sprösslinge befanden, deren künftige Belange besprochen werden sollten.


Nach der Begrüßung begab man sich stante pede zu den in Frage kommenden Örtlichkeiten: Als Erstes ging es um den künftigen Ort des Kinderspielplatzes: In Frage kam eine Fläche im Besitz der Bahn AG entlang der Gleise der Bahn und die Majorität der Bürgerinnen und Bürger favorisierte diese Fläche. Der Vorteil dieser Fläche wäre, dass man „nur“ einen Zaun entlang des Areals errichten müsste, damit die Kleinen nicht ausbüxen könnten und Bälle nicht darüber fliegen könnten. Anschließend begab man sich an das Areal, das sich im Besitz der Kommune befindet. Sehr schnell konnte man dabei erkennen, dass die Mehrzahl der Wiesmühler diese Fläche ablehnen würden: Erstens wegen der bei Nässe sehr glitschigen Bretter der Holzbrücke über den Bach, zweitens wegen der unmittelbaren Nähe zum Bach und drittens wegen des sehr feuchten Untergrunds und des schattigen Orts.

Anschließend führte der Weg der Gruppe zu einer sehr gefährlichen Kreuzung, da wenn man zum Beispiel mit einem Traktorengespann von der Staatsstraße abbiegen will, die Sicht über den weiteren Straßenverlauf praktisch unmöglich sei. Um die Gefahren zu beseitigen, müsste man das die Kreisstraße begleitende Gehölz entfernen. Die Anwohner beklagten zudem, dass die Räumung des Bachs sehr selten vollzogen werde und sehr viele Stauden den Bach säumten.

Anschließend ging die Besichtigung weiter zur Schulbushaltestelle: Die Bewohner kritisierten, die Haltestelle berge ein hohes Gefahrenpotenzial für die Kinder wegen der Nähe zur Straße. Ca. 10 Kinder stiegen dort ein und angesichts des dort erhöhten Verkehrsaufkommens würden die zusteigenden Kinder von LKWs zwischen Zaun und Straße eingeklemmt. Die Vertreter der Kommune sicherten zu, Verhandlungen über einen geänderten Straßenverlauf seien im Gange und sie seien sehr optimistisch, dass die Gespräche zu einem positiven Ergebnis führen könnten. Zum Ende der Ortsbesichtigung trafen sich einige der Freien Wähler noch zu einem Stammtisch im Gasthof Obermaier in Weilham, um aktuelle kommunalpolitische Themen zu besprechen.

Manfred Willert


Prallvolles Haus bei der famosen Philippika von Bruder Laurentius

Würzig-bissiger Spaßgipfel der Freien Wähler Tittmoning mit grandiosem Singspiel

Während andernorts von der sprichwörtlichen „Liberalitas Bavariae“ beim Promi-Derblecken eher weniger zu spüren ist und die Fastenstrafpredigt bisweilen zur Rückversetzung der streitbaren männlichen Bußprediger hinter dicke Klostermauern geführt hatte, ging`s beim jüngsten Tittmoninger Starkbierfest der Freien Wähler im bis auf den letzten Platz besetzten Stadtsaal des Braugasthofs so zu, wie`s sein sollte: Die überparteilich gleichermaßen aufs Korn genommenen lieben derbleckten Brüder und Schwestern bissen tapfer die Zähne zusammen und machten – vereinzelt durchaus „nolens volens“ - heitere Miene zum scharfzüngig-satirischen Spiel. Und dem Vernehmen nach ist keinerlei „Nachkarteln“ von „höherer Stelle“ zu verzeichnen gewesen, weil trotz der machtvollen Philippika des Bruder Laurentius, seines Zeichens Vertreter des Ordens der Kosmopoliten, sowie der Sottisen der Akteure der Heimatbühne und des Singspiels, das eine Abordnung der „Bienenstiche“ aufführte, der Humor die Oberhand behielt und eine zweite „Salvatorschlacht“ nach 1888 ausblieb. Am 23. März 1888 nämlich trug sich eine kapitale Schlägerei auf dem Stark-bierfest am Nockherberg zu, an der dem Vernehmen nach 4000 Menschen beteiligt waren. Erst eine 50 Mann starke Kompanie der Schweren Reiter, die säbelschwingend in die Bierhalle ritten, vermochte in den Morgenstunden des Folgetages die Raufbolde auseinanderzubringen. Schmissig-temperamentvoll umrahmt wurde der exzellente Abend von der „Heulandler Tanzlmusi“ und von Gabi Obermaier auf dem Elektroklavier als Begleitung zum Singspiel, die das Kredenzen des frisch gezapften edlen Nass und die rhetorischen Finessen der Darsteller musikalisch hervorragend und schmissig in Szene setzten.
Alle waren da!

Die Ortsvorsitzende der „Freien“ Maria Kellner hieß zu Beginn des Abends erfreut Altlandrat Hermann Steinmaßl, Landratsstellvertrer Andreas Danzer, die drei Bürgermeister Konrad Schupfner, Andreas Bratzdrum und Dirk Reichenau, Stiftsdekan Gerhard Gumpinger nebst einigen Stadträten und Vereinsvorständen willkommen – die pflichtschuldigst erschienen waren und natürlich unverzagte Miene zum boshaften Spiel machten. Die Vorsitzende erinnerte in ihrer Begrüßung noch an Franz Bründl, der zehn Jahre lang wortgewaltig, hintersinnig und mit verschmitzter Mimik den Bruder Laurentius dargestellt hatte und der kürzlich leider verstorben ist.

„Liebe Brüder und Schwestern und andere Wesen“

Als Intermezzo zwischen Begrüßung und der Bußpredigt begleitete eine eloquente Vertreterin der Salzachkommune (Ute Steinmaßl) einen eher unbedarften Touri mit altehrwürdigem Koffer (Alfred Kunz) durch eine verzwickte Stadtführung. Und es hat sich anschließend einiges zusammengebraut in den langwierigen Sondierungen und Koalitionsverhandlungen auf nationaler Ebene sowie in der Stadtgemeinde Tittmoning und deren Umfeld, sodass es nach 12 Monaten wieder einmal an der Zeit war, durch den strengen Bußprediger (Tom Winkler) Verborgenes ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, das ansonsten unter der Decke der Lokalpolitik verschwunden wäre oder allenfalls zu einem leisen Rumoren geführt hätte. Damit auch nicht das geringste Informationssplitterchen im sich rasch auftuenden Nachrichtenorkus verschwinden konnte, hatten der „Spiritus rector“ der Kosmopoliten, vulgo Godehard Mayer, sowie der Initiator und „Motor“ des ideenreichen und fulminant dargebotenen Singspiels, Tom Brückner, schon geraume Zeit die Ohren gespitzt und vieles zusammengetragen, was den Freunden der Stammwürze, teils ins Stammbuch geschrieben werden musste und teils zum Gaudium gereichen konnte.

Dann erschien er, der Bußprediger in der Kapuzinerkutte, Bruder Laurentius und streute Asche auf die Häupter der Sünder und Sünderinnen, der vom Volke Erkorenen und der selbst ernannten Hochwohlgeborenen. Wie Donnerhall entlud sich seine mit spitzbübischer Verve vorgetragene Standpauke, die trotz kritisch-satirischer Töne selbst bei den kommunalpolitischen Opponenten ob ihrer Ausgewogenheit und Fairness positiv gewürdigt wurde

Die Anrede an die „lieben Brüder und Schwestern“ von Frater Laurentius wirkte angesichts der Tatsache ein wenig verwirrt, dass es seit kurzem ein höchstgerichtlich verkündetes drittes Geschlecht gibt, das durch ihn und die Allgemeinheit schwierig zu „benamsen“ sei. In der Bibel heiße es nämlich nur „Als Mann und Frau schuf er sie..“ Ein drittes Geschlecht sei außen vor geblieben und das werde auch die hiesige Verwaltung in eine verzwickte Formular-Bredouille bringen. Die Lokalpolitik sei durch das Wahlergebnis im Bund und den Unterschied zwischen Koalition und Kollision in den Hintergrund geraten. „Tschamaika“-Koalition hätte ja schön nach Reggae und Rastalocken geklungen, aber der Lindner habe sie verweigert und nur der Hofreiter sei mit Rastalocken vorstellbar gewesen. In Tittmoning mache man sich eher keine Vorstellungen von harten Koalitionsverhandlungen, es sei denn der Schupfner Koni müsste einstmals mit dem Glück Hans koalieren.

KoKo „regiert“ in Tittmoning

Der Koni wäre angesichts der Tatsache, dass seine zwanzig Stadträte „manchmoi mitanand dreißg Meinungen ham“, froh, wenn das Gremium im Fasching abgelöst werde durch den Elferrat „denn der Hasso is da scho pflegeleichter wia der Glück Hans“. Und auf kommunaler Ebene gebe es ohnehin keine offiziellen Koalitionsverhandlungen, da werde nur „kooperiert“. Dieses System werde „KoKo“ genannt – die Abkürzung aber heiße nicht „Koni-Kopie“, sondern „Kooperationskoalition“ – eine Verbindung aus der CSU gewürzt mit „a bissl Reichenau“. Von der Tittmoninger SPD sei er aber ein wenig enttäuscht, denn der mit „poetischen Statements“ sich ergötzende Turmschreiber in deren Reihen hätte den „Zwergerlaufstand gegen die GroKo“ mit der Devise „Tritt ein, sag nein“ eigentlich konterkarieren müssen zum Beispiel mit dem Slogan „Die SPD ist da - tritt ein, sag ja“. Der rote Ortsverein hätte nämlich ein Signal für die Partei setzen können, aber nix da! Jedoch habe er ohnehin den Ein- druck, „die Merkel braucht koa Regierung mehr. Regieren is ja bloß anstrengend und de Jüngste is sie jetz a nimma“. Wahrscheinlich sondiere sie in Wahrheit die Möglichkeiten einer Allparteien-Koalition.

1: Buch Mose, Vers 6.16: „Mach ein Dach und heb es..an..“

Wenn man die schwierigen Mehrheiten im Tittmoninger Stadtrat betrachte, dann gehe es halt doch mal anders aus, „ois wia des der Koni gern hätt“. Zum Beispiel mit dem Astener Feuerwehrhaus, das entgegen dem Koni-Willen kein Pultdach bekommen solle. Ja auch mit der CSU sei es nicht mehr das, was es einmal war. Und in Tittmoning wie in München läuft sich so ein „kloana Söder“ schon warm, aber dessen wahre Größe müsse sich dieser Aspirant noch erarbeiten. Er, Laurentius, hätte weniger Angst in Bezug auf die Dachform, als dass die Bewohner des „Golddorfs“ das Dach jetzt noch golden eindecken wollen. Kürzlich sei es in einer Sondersitzung des Stadtrats nur um das Baden gegangen. Und in diesem Zusammenhang habe der Koni gesagt „Da kemma jetz relativ frei abstimma“. Da deaf jeda abstimma, wia er mag.“ Aber was ist das Gegenteil von „relativ frei“? „Ganz frei“? Gibt’s im Stadtrat die gebundene Abstimmung? Werde da sonst gar abgestimmt, wie es das Stadtoberhaupt gerne hätte? Er, Laurentius, hätte bisher gedacht, die Räte seien nur ihrem Gewissen verpflichtet.

Lesung aus dem Brief des Apostels Waltraud an die Tittmoninger

Der Traunsteiner Landrat Sigi Walch brauche Nachhilfe in Sachen Tittmoning, denn er habe beim Ponlach-Jubiläum im letzten Jahr geäußert, er fahre gerne aufs Land, weil es ihm auf dem Dorf(!) besser gefalle, als in der Stadt. Der Apostel Waltraud schreibe in ihrer langen Epistel an die Tittmoninger, die Bürger dürften nicht auf das Geld schauen, das ihr Gemeinwesen für die Kindererziehung aufbringen müsse, denn dieses Geld sei gut angelegt. Wenn aber Einzelne von ihnen, seien sie rot oder blau, dieses Prinzip in Frage stellten und die kleineren Häuser nicht mehr haben wollten, damit alle Kinder auf weiten Wegen nur noch ein großes Haus besuchten - Brüder, wer so denke, werde mit dem Waltraudschen Bannstrahl bestraft, denn nicht der Geldbeutel zähle, sondern was man für das Geld erreicht habe!“ Wobei man bei den „Mitbürgern“ immer noch nicht so ganz genau wisse, ob sie gegen Kindergärten im Außenbereich oder dafür votierten oder ob sie das selbst noch nicht wüssten. Die Tittmoninger Freien Wähler, die immer so drauf pochten, dass sie mit den Landtags-Freien so gar nichts am Hut hätten, hätten sich gleich an die Spitze der Anti-Strabs-Bewegung in Tittmoning gesetzt! Und trotz der Parkzeitbegrenzung in Tittmoning dürfe man am Sonntag unbegrenzt parken, weil man nie wisse, wie lange der Pfarrer predige, und mit dem Pfarrer Gumpinger kämen die Glocken im Pfarrverband wieder so richtig zum Einsatz, sodass neulich die Barbara Danninger gleich im Internet die neuesten Nachrichten durchsucht habe, ob vielleicht der Papst das Zeitliche gesegnet habe. Überhaupt habe der Pfarrer in der Woche der Glaubenserneuerung alles neu erfunden: In der Kirche sei die Bayern-Hymne gesungen worden, das Bier habe kein Braumeister gebraut, sondern Klosterschwestern. Dafür sei es nicht von feschen Bedienungen ausgeschenkt worden, sondern vom Pfarrer selbst. Und ganz im Sinne der biblischen Brotvermehrung, wenn man „gnua Foam draufmacht“, dann „glangd a kloans Fassl“ für einen ganzen Saal.

Ist der Koni schon in Altersteilzeit???

Die Sitzungsperiode dauere noch zwei Jahre, sodass man sich schon wundere, dass regelmäßig die Ausschusssitzungen ausfielen, oder genieße das Stadtoberhaupt etwa schon die Altersteilzeit? Oder man frage sich, ob er die zur Verfügung stehende Zeit für das Verfassen von Briefen an den Markus Söder brauche, denn die Beiden hätten ja in der Zwischenzeit eine veritable Brieffreundschaft entwickelt. Aber es sei insofern ein wenig schwierig, weil man nicht immer eruieren könne, wie ernst der Inhalt der Brief gemeint sei. Aber einen Vorschlag habe er, der Koni solle doch schreiben, dass der Söder sich um den Erhalt der Salzachbrücke in Tittmoning annehmen möge. Die alte Tittmoninger Brücke, nicht die neue bei Fridolfing!. Zum Schluss zitierte der Frater Laurentius noch eine Sentenz von Karl Valentin: „Es gibt auf die Dinge immer drei Sichtweisen: A positive, a negative und a humoristische.“ Er hoffe, man sehe es heute von der richtigen Seite. Am besten passe an diesem Abend die humoristische. Man könnte auch sagen, die satirische. Und Satire sei ja bekanntlich Konfrontationstherapie für Demokraten. In diesem Sinne forderte er: Schwoam ma`s obi! Prost miteinander!

Die vielfältigen Träumereien des Koni Schlumpfinger

Als Introitus des folgenden und mit heftigem Applaus beklatschten Singspiels wird vom sängerisch virtuosen Chor der Bienenstiche (Petra Sinzinger, Andreas Erlacher, Tom Brückner, und Tom Winkler) ein Zipfelchen der streng geheim gehaltenen Agenda mit einem Eingangslied gelüftet:“S`Leben waar wia a Traum, wenn alles ohne Streit obgäat..“ Desgleichen wünscht sich der auf friedvolles Zusammenwirken bedachte Bürgermeister Koni als sehnlichsten Wunsch. „I konn`s nimma hören, de Streiterei im Gremium“ Aber die Realität sieht ganz anders aus: Das auf sein Renommee bedachte dritte Stadtoberhaupt, das sich als den eigentlichen „Ersten“ wähnt, aber das in der Realität und im Schafkopf-Idiom als Herzober figuriert und von der politischen Opponenten sarkastisch als „Bremser-Dirk“ bezeichnet wird, jammert im Tohuwabohu der Sitzungen in den höchsten Tönen und wird doch nicht ernst genommen. Und weil allmächtige Friedens-Wunschvorstellungen, die mit der Realität sehr wenig zu tun haben, ziemlich ermüdend sind, fiel der Koni in einen erquickenden träumerischen Schlummer. Er wacht scheinbar erfrischt als Schlumpfner Koni wieder auf und muss ernüchtert erkennen, dass einige Intriganten in der Schlumpf-Community – auch Du mein Sohn Brutus - ihn „wegzuputschen“ gedenken. Der weise Oberschlumpf (Georg Maier) wird zu Hilfe gerufen, weil der Traum sich zum Alptraum zu entwickeln droht und plötzlich sowie unerwarterweise ist der Koni „Der König im Affenstall – schubidubidu..“ der scheinbar erträumte sichere Halt der Kommune. Aber denkste – über alles was, er sich zusammenträumt, gibt es etwas auszusetzen!! Er wacht ernüchtert auf und muss erkennen „S`Leben is koa Traum..“ Ein starkes Fastenmenü mit feinen und deftigen Ingredienzen, schwarzem Humor und hervorragenden bittersüßen Zuckerl am Ende eines eindrucksvoll von den Tittmoninger Freien Wählern veranstalteten unterhaltsamen Abends mit kritischem Blick auf das Geschehen in der „Gmoa“ und die Gesellschaft, der Lust auf nächstes Jahr macht.

[Manfred Willert]

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Freie Wähler Tittmoning plädieren mit großer Mehrheit für „STRABS“-Aus
Reger Besuch und lebhafte Diskussion bei der Infoversammlung in Kay

Sehr gut besucht war die Infoveranstaltung der Freien Wähler Tittmoning unabhängige Liste im Gasthof Stockhammer in Kay, im Zuge derer die Vorsitzende Maria Kellner mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation einige Aspekte der potenziellen Straßenausbausatzungen erläuterte. Die Vorsitzende betonte, die Ortsgruppierung der Stadtgemeinde Tittmoning sei zwar nicht Mitglied im Landesverband der Freien Wähler, nichts destotrotz wolle sie über deren Volksbegehren in Bezug auf die Abschaffung des vielfach umstrittenen und ungeliebten Vorschrift informieren.
Die bayerischen Kommunen müssten in der Zwischenzeit entsprechend einiger ergangener Gerichtsurteile eigentlich eine Straßenausbausatzung (Strabs) erlassen, anhand derer für die Erneuerung und Verbesserung von Ortsstraßen und beschränkt-öffentlichen Wegen Beiträge von den Anliegern dieser Straßen/respektive Wegen zu erheben seien. Die zu bezahlenden Umlagen, die sich oftmals auf vier- bis fünfstellige Beträge summierten und auf die viele Kommunen angewiesen seien, stürzten viele Anlieger in erhebliche finanzielle Bredouillen, insbesondere, wenn Rentner nur über ein begrenztes Familieneinkommen verfügten.
Ungerechtigkeit der Satzungen und Querelen mit den Kommunen
Eine Unbilligkeit liege vor, wenn die Anlieger von Ortsstraßen oder beschränkt-öffentlichen Wegen die Straßenausbaubeiträge bezahlen sollen, aber Anlieger von Kreis- der Bundesstraßen nichts bezahlen müssten. Zweitens würden die meisten Straßen nicht nur von den Anliegern benutzt, sondern von der Allgemeinheit, sodass sie keinen Sondervorteil für die Anlieger böten. Zum Dritten führte die Verpflichtung, die „Strabs“ zu bezahlen, zu häufigen Querelen mit der betroffenen Heimatgemeinde. Zudem führten die Kosten bei der Führung der Gemeinden nicht zuletzt auch zu Bedenken, wenn sie die Beiträge wegen finanzieller kommunaler Engpässe ihren Bürgern „aufbrummen“ müssten. Erstaunlich sei es zum Beispiel zudem, dass die Landeshauptstadt München seit Anfang 2015 über keine Straßenausbausatzung mehr verfüge, da die Satzung per Mehrheitsbeschluss des Stadtrats aufgehoben worden sei. Und in Berlin und Hamburg würden ebenfalls keine Beiträge verlangt. In Baden Württemberg gebe es gar keine Strabs. In Tittmoning sei die Einführung einer diesbezüglichen Satzung trotz der dringlichen Mahnung „von oben“ und der augenblicklichen Streitigkeiten vertagt worden, um das Ergebnis des potenziell durchgeführten Volksbehrens abzuwarten.
Prozedere eines Volksbegehrens
Im Weiteren informierte Maria Kellner die Versammelten über das Prozedere des Volksbegehrens und des unter Umständen darauf folgenden Volksentscheids: Ein Zulassungsantrag (erster Schritt) sei erfolgreich, wenn er über 25.000 Unterschriften von Wahlberechtigten verfüge, die zunächst von der Kommune kontrolliert worden und dann vom Innenministerium oder vom Verfassungsgerichtshof zugelassen würden. Sei der Zulassungsantrag positiv beschieden worden, schließe sich im nächsten Schritt das Volksbegehren an: Sollte es erfolgreich sein, müssten sich 10% der Wahlbürger Bayerns, respektive ca. 950.000 Personen, binnen zwei Wochen in die Listen eintragen, die in den „amtlichen Eintragungsräumen“ aufliegen. Wenn der Landtag das Volksbegehren im dritten Schritt nicht annähme, käme es zum Volksentscheid, bei dem alle bayerischen Wahlbürger mit „ja“ oder „nein“ abstimmen könnten. Ergäbe sich eine Mehrheit der Jastimmen, würde das Volksbegehren Gesetz. Im Anschluss an die Ausführungen zum Prozedere eines Volksbegehrens wies die Ortsvorsitzende Maria Kellner eindringlich darauf hin, dass sich die Anwesenden in die ausliegenden Zulassungslisten eintragen könnten, was dann eine große Mehrheit vollzog Eventuell nicht Anwesende, die sich ebenfalls gegen die „Strabs“ ausspre-chen wollten, könnten Unterschriftenlisten und Infomaterial aus dem Internetauftritt der Freien Wähler Tittmoning unter www.freie-waehler-tittmoning.de beziehen
Im Anschluss zu Ihren Ausführungen zum geplanten Volksbegehren erläuterte Maria Kellner das Jahresprogramm der Tittmoninger „Freien“ und es schloss sich eine lebhafte und kritische Aussprache zum Umgang des Stadtrats mit den in den sogenannten Dorfwerkstätten geäußerten Bürgerwünschen sowie über die Geruchsbelästigung durch ein im Süden des Stadtgebiets ansässiges Unternehmen an.
[Manfred Willert]

Köstliches Politikerderbleck`n beim Starkbieranstich der Freien WählerBruder Laurentius wird den Tittmoningern geistvoll und spritzig den Spiegel vorhalten

Das Brünnlein spektakulärer hiesiger, mit scharf geschliffenem rhetorischem Florett aufzuspießender oder mit der verbalen Brachial-Keule zu attackierender Begehrlichkeiten und Freveltaten in den versteckten Ecken der weißgott verwinkelten Tittmoninger Salzachkommune hat in den vergangenen zwölf Monaten wieder zur Freude eines eifrig forschenden Anonymus vom Orden der Kosmopoliten, vulgo dessen Ghostwriter Godehard Mayer, munter geplätschert. Demzufolge wird sich die Fastenpredigt von Tom Winkler beim Starkbierfest der Freien Wähler am Freitag, den 23. Februar, um 19.30 Uhr, im besten bayerischen Sinne einmal mehr hinterfotzig-witzig gestalten und mutmaßlich wie das angefügte Beiwerk im Saal des Braugasthofs mit schallendem Gelächter und heftigem Applaus belohnt werden. Musikalisch schwungvoll begleitet wird das verbale Scharmützel von der Heulandler Tanzlmusi, einem „Seitentrieb“ der schmissigen Inzing-Törringer Blasmusik. Der Eintritt ist frei und die Vorstandschaft der Freien Wähler würde sich über regen Besuch bei diesem Abend freuen, der sich längst zu einem Highlight im Tittmoninger Veranstaltungskalender entwickelt hat, denn Bruder Laurentius predigt unterhaltsam und kurzweilig, sarkastisch und direkt. Er kehrt Inneres nach außen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Einmal mehr werden sich die VIPS der politischen Gruppierungen in allen im Stadtparlament vertretenen Farbschlägen – von gedecktem schwarz über blassrot bis lindgrün und hellgelb, versammeln - und der Eindruck täuscht sicherlich nicht, dass es allen – unabhängig von der Couleur – enormen Spaß machen wird. Kein Wunder, werden doch (nahezu) alle die fürs Renommee so bedeutsamen Personen die obligatorischen linguistischen Watschen kassieren und nur die Zukurzgekommenen werden an ihrer süß-sauren Mimik zu identifizieren sein.

A la bonne heure für das Singspiel aus der Feder von Tom Brückner

Die Fastenpredigt, nach dem Bekunden von Bruno Jonas, weiland Bruder Barnabas auf dem Nockherberg, „die drittwichtigste Herausforderung nach der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten und der Erwiderung des Oppositionsführers“, wird Bruder Laurentius, letztes Relikt der Augustiner Eremiten in Tittmoning, halten,, und es besteht kein Zweifel daran, dass ihm der Spagat zwischen „Austeilen“ und „Andeuten“, niveauvoller Satire und Witz, zwischen geschliffener Sprache und spöttischem Umgangston gelingen wird, denn die vergangenen Jahre beweisen es: Kabarettistische Frotzeleien und Mokerien aus der Feder von Godehard Mayer sind fabelhaft und kommen an. Noch dazu, wenn sie von einem meisterhaft agierenden Protagonisten wie Tom Winkler umgesetzt werden. Für die gewohnt exzellente vokal-rhetorische Umrahmung sorgen wie im vergangenen Jahr ein Sketch und das bis zum letzten Augenblick geheim gehaltene Singspiel aus der Feder von Tom Brückner, auf die Bühne gebracht von einer brillanten und im bayerischen Idiom „saustarken“ Truppe der Tittmoninger Heimatbühne. Süffig-satirisch wird´s in jedem Fall und Spaß wird´s auch bereiten.

(Manfred Willert)